Was Sie einrichten
RMMZit ist ein kostenloses Open-Source-Werkzeug (AGPLv3) zur Fernüberwachung und -verwaltung (RMM). Eine Webkonsole auf Ihrem eigenen Server zeigt das Inventar jedes Computers, überwacht ihn, meldet Probleme und lässt Ihre Techniker aus der Ferne arbeiten, Skripte ausführen und Updates installieren. Nichts läuft über die Cloud eines Anbieters: Der Server steht in Ihrem Netzwerk, und die Agenten auf den Computern verbinden sich mit ihm.
Was Sie brauchen
- Einen Server für die Konsole: eine kleine VM mit 2 vCPU, 2–4 GB RAM und mindestens 16 GB Festplatte auf VMware, Proxmox VE / KVM oder Hyper-V — oder einen vorhandenen Server mit Debian 12+, Ubuntu 22.04+, AlmaLinux oder Rocky Linux 9+, oder einen Docker-Host.
- Windows-Computer: Windows 10 / 11 oder Windows Server 2016 und neuer, 64 Bit.
- Linux-Computer: jede Distribution mit systemd, x86-64 oder ARM64 (auch Raspberry Pi).
- Eine Authenticator-App auf dem Telefon (jedes Konto nutzt die Zwei-Faktor-Anmeldung).
So greift alles ineinander
Der Server hat zwei Ports: die Konsole (Weboberfläche und API, TCP 8443) und den Agent-Endpunkt (TCP 8444). Die Agenten verbinden sich ausgehend mit dem Agent-Port, die verwalteten Computer brauchen also keine offenen Ports. Bei der Registrierung merkt sich der Agent den Fingerabdruck des Serverzertifikats; jeder Befehl der Konsole wird vom Server signiert und vom Agenten geprüft, und jede Aktion landet in einem manipulationssicheren Audit-Protokoll.
Die Konsole steuert jeden verwalteten Computer. Standardmäßig nimmt sie nur Verbindungen aus privaten Netzwerken an — lassen Sie das so und öffnen Sie nur den Agent-Port dort, wo Computer außerhalb Ihres Netzwerks ihn brauchen.
Schritt 1 — Server installieren
Alle Dateien liegen auf der Release-Seite; die Download-Seite erklärt jeden Weg. Das fertige VM-Image ist am schnellsten:
- VMware ESXi / Workstation, VirtualBox:
rmmzit-appliance.ovabereitstellen. - Proxmox VE: eine VM ohne Disk anlegen (2 vCPU, 2–4 GB RAM, VirtIO-Netzwerk),
rmmzit-appliance.qcow2auf den Knoten kopieren und importieren:
Die Disk als SCSI anhängen und als Boot-Disk festlegen.qm importdisk <vmid> rmmzit-appliance.qcow2 local-lvm - Hyper-V:
rmmzit-appliance-vhdx.zipentpacken und eine VM der Generation 1 mit der VHDX als Disk anlegen.
Starten Sie die VM. Ihr Bildschirm zeigt die Adresse der Konsole und das Setup-Token. Die Appliance erhält ihre Adresse per DHCP; für eine feste Adresse, den Servernamen oder die Zeitzone melden Sie sich am Bildschirm der VM als rzadmin an (erstes Passwort rmmzit, das geändert werden muss) und nutzen das Setup-Menü.
Auf einem vorhandenen Linux-Server erledigt das Installationsskript alles — PostgreSQL, das neueste Release mit Signaturprüfung, eine Datenbank mit zufälligem Passwort und den Dienst:
curl -fsSL https://github.com/Max-Zit/rmmzit/releases/latest/download/install.sh | sudo sh
Auf einem Docker-Host nutzen Sie das Image ghcr.io/max-zit/rmmzit mit Docker Compose (docker-compose.yml und .env.example aus dem Release), dann docker compose up -d und docker compose exec rmmzit rmmzit-server -setup-token. Außerdem gibt es eine Appliance-ISO für eine neue VM oder einen physischen Server und deb/rpm-Pakete für eigene Installationen.
Schritt 2 — Erste Anmeldung
- Öffnen Sie
https://<Adresse>:8443. Der Browser warnt einmal vor dem selbstsignierten Zertifikat; ersetzen können Sie es später unter Einstellungen → Zertifikat. - Geben Sie das Setup-Token ein und legen Sie den ersten Administrator an. Das Token gilt einmal; bei der Skript-Installation steht es in
/var/lib/rmmzit/setup-token.txtund im Serverprotokoll (journalctl -u rmmzit-server). - Richten Sie die Zwei-Faktor-Anmeldung mit Ihrer Authenticator-App ein und bewahren Sie die 10 Wiederherstellungscodes sicher auf.
Falls Sie sich über die Netzwerk-Freigabeliste aussperren, führen Sie auf dem Server rmmzit-server --reset-allowlist aus (auf der Appliance: Setup-Menü, Punkt 5).
Schritt 3 — Agent-Adresse prüfen
Agenten müssen den Server unter der Adresse aus ihrem Registrierungscode erreichen. Prüfen Sie die Agent-Adresse unter Einstellungen → Netzwerk und Zugriff. Für Computer außerhalb Ihres Netzwerks öffnen Sie TCP 8444 in der Firewall und tragen die öffentliche Agent-Adresse ein, zum Beispiel https://rmm.example.com:8444; der Konsolen-Port bleibt geschlossen. Haben Sie die Konsole auf dem Server selbst geöffnet (localhost) und keine öffentliche Agent-Adresse gesetzt, warnt die Standortseite — die Agenten würden sonst ihre eigene Loopback-Adresse ansprechen.
Schritt 4 — Kunde, Standort und Registrierungscode
- Öffnen Sie Kunden, legen Sie einen Kunden an (auch Ihre eigene Firma zählt als einer) und fügen Sie ihm einen Standort hinzu — ein Büro oder eine Filiale.
- Klicken Sie am Standort auf Registrierungscode erstellen. Wählen Sie, wie lange er gilt (1–365 Tage) und wie viele Computer ihn nutzen dürfen.
- Kopieren Sie den Code (
RZ1-…). Er enthält die Serveradresse und den Fingerabdruck des Serverzertifikats, das Installationsprogramm braucht also nichts weiter. Er wird nur einmal angezeigt; widerrufen Sie ihn, wenn er nicht mehr gebraucht wird.
Schritt 5 — Agent unter Windows installieren
Klicken Sie auf der Standortseite auf Agent herunterladen (MSI, 64-Bit). Doppelklicken Sie das MSI auf dem Computer und fügen Sie den Code ein, oder installieren Sie es still per Skript oder Softwareverteilung:
msiexec /i rmmzit-agent-x64.msi /qn ENROLLCODE="RZ1-…"
Der Agent läuft als Windows-Dienst RMMZit Agent. Ein kleines Symbol neben der Uhr zeigt, ob er verbunden ist (grün) und wer den Computer verwaltet. Innerhalb einer Minute erscheint der Computer unter Geräte mit Hardware, Software, Disks und Sicherheitsstatus.
Für viele Computer erstellen Sie einen Code mit genügend Nutzungen: Die Standortseite zeigt dann ein fertiges Gruppenrichtlinien-Startskript und die Intune-Einstellungen (Win32-App, Installationsverhalten System, Erkennungsregel) mit diesem Code.
Der Agent schaltet die automatische Installation von Windows Update per Richtlinie ab, damit Updates nur noch aus RMMZit kommen — von Hand oder nach Ihrem Zeitplan. Die vorherigen Einstellungen kommen zurück, wenn der Agent entfernt wird.
Schritt 6 — Agent unter Linux installieren
Laden Sie auf der Standortseite den Linux-Agenten herunter (x86-64, oder ARM64 für Raspberry Pi und ARM-Server), kopieren Sie ihn auf die Maschine und führen Sie ihn als root aus:
chmod +x rmmzit-agent-linux-amd64
sudo ./rmmzit-agent-linux-amd64 install --code "RZ1-…"
Er kopiert sich nach /usr/local/bin/rmmzit-agent, registriert sich und startet den systemd-Dienst rmmzit-agent.
Wie es weitergeht
- Alarme und Updates: Unter Richtlinien legt die Richtlinie Default des Kunden Alarmregeln, Überwachung und automatische Windows-Updates fest; die Alarm-E-Mails stehen unter Einstellungen → Überwachung und Alarme.
- Techniker: unter Benutzer anlegen, oder Active Directory / LDAP bzw. Single Sign-on anbinden.
- Agent-Updates: Der Server bringt die Agent-Installer seiner eigenen Version mit; Einstellungen → Agent-Updates aktualisiert veraltete Agenten auf einmal oder lässt sie sich selbst aktualisieren.
- Server sichern: Sichern Sie die Datenbank zusammen mit
/var/lib/rmmzit— der geheime Schlüssel dort entschlüsselt die gespeicherten Passwörter, und die Zertifikate weisen den Server gegenüber seinen Agenten aus.
Alles, was RMMZit kann, steht auf der Funktionsseite; die vollständige Referenz ist die Dokumentation. Fragen sind in den GitHub Discussions willkommen. Unternehmen erhalten kommerziellen Support von MaxZit (nur auf Englisch).